Einmal jährlich trifft sich der Arbeitskreis der Kunsttherapeuten aus dem Bereich der Neurorehabilitation zu einem Austausch. Im November 2019 fand das letzte Treffen in der Rehaklinik Bellikon statt. Es ging dabei um die Frage, wie die Kunsttherapie in den Rehakliniken weiterhin gesichert werden kann. Wie können wir uns positionieren und unseren Stellenwert innerhalb der Kliniken erhalten? In Kleingruppen wurde angeregt diskutiert und verschiedene Lösungsideen zusammengetragen.

Wichtig scheint, dass wir uns sichtbar machen, dass wir unsere Angebote gut präsentieren und uns dabei einer interdisziplinär anerkannten Fachsprache bedienen. Das ICF-Modell ist hierfür eine gute Kommunikationsgrundlage aller medizinischen und therapeutischen Disziplinen, welches in den meisten Kliniken eingesetzt wird. Anhand dieses Modells kann in verschiedenen Kategorien dokumentiert werden, woran mit einem Patienten gearbeitet wird.

Viele wünschen sich eine bessere Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen. Interdisziplinäre Rapporte sind dafür ein wichtiges Tool. Aber auch Doppelbehandlungen mit Therapeuten aus anderen Disziplinen würden sehr begrüsst werden. Diese könnten das Verständnis füreinander fördern und einen Mehrwert für die Patienten bringen.

Klinikinterne Ausstellungen und Konzerte können ein weiteres Gefäss sein, um uns sicht- und hörbar zu machen. Einige Patienten zeigen oft sehr gerne, was sie während ihrem Aufenthalt erarbeitet haben. Sie sind meines Erachtens ein sehr grosser Teil von der Werbung für die Kunsttherapie, wenn sie den Ärzten berichten und vorschwärmen, wie gut dies ihnen tut.

Anhand von Vorträgen und Fortbildungen zum Thema Kunsttherapie mit Einbezug von Fachartikeln und Forschungsergebnissen kann die Effektivität unseres Bereiches aufgezeigt werden.

Natürlich braucht es für all das viel Engagement und Initiative. Dabei heisst es, den Mut und die eigene Begeisterung für den Beruf nicht zu verlieren. Auch die eigenen künstlerischen Tätigkeiten sollen nicht vernachlässigt werden, denn sie können uns Therapeuten zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance verhelfen.

Das Arbeitskreistreffen war eine Bereicherung für mich. Es war ermutigend zu sehen, dass wir alle in ähnlichen Situationen stecken. Um uns gegenseitig zu motivieren und zu unterstützen, soll die Vernetzung unter den Kunsttherapeuten in der Neurorehabilitation vertieft und der Austausch weiterhin gefördert werden.

 

Elisabeth Lauper
Musiktherapeutin
RehaClinic Kilchberg

 

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